Funktionsweise der UV-Bestrahlungskammer-Simulation
Die Simulation bildet jede UV-Bestrahlungskammer mit ihren realen Innenmaßen nach.
Lampen bzw. LEDs werden als Strahlungsquellen modelliert; die Reflexionen an den
verspiegelten Seitenwänden gehen über die Bildquellen-Methode in die Berechnung ein.
Für jeden Punkt der Messebene summiert die Simulation die Beiträge aller Quellen und
ihrer Spiegelbilder und liefert so die räumliche Bestrahlungsstärkeverteilung in der
Kammer.
Bestrahlungsstärke in der UV-Kammer berechnen
Nach Auswahl von Kammer, Spektralbereich (UVA, UVA+, UVB oder UVC bei den
BS-Kammern, LED-Wellenlänge 365–450 nm bei den BSL-Kammern) und Leistung
berechnet die Simulation die Bestrahlungsstärke in mW/cm² oder W/m². Optional lassen
sich zwei Lampengruppen bzw. LED-Wellenlängen mit getrennten Leistungsreglern
kombinieren — etwa für eine Mischbestrahlung aus UVA und UVB.
Bestrahlungsstärkeverteilung und Homogenität
Die Bestrahlungsstärkeverteilung auf der Messebene wird als Falschfarbenbild
dargestellt, ergänzt um relative Schnittprofile durch die Kammermitte. Kennzahlen wie
E maximal und E Mittelwert quantifizieren die Homogenität der Ausleuchtung.
Per Klick auf die Heatmap lassen sich Messpunkte setzen, um die Bestrahlungsstärke an
einzelnen Positionen — etwa an Probenorten — direkt abzulesen.
Einfluss von Abstand und Probenhöhe
Die Höhe der Messebene ist frei einstellbar — vom Kammerboden bis kurz unter die
Quellen. Mit kleinerem Abstand zu Lampen oder LEDs steigt die Bestrahlungsstärke nach
dem Abstandsquadratgesetz, gleichzeitig nimmt die Homogenität in der Regel ab. Die
Simulation macht diesen Zusammenhang sichtbar und hilft, die passende Probenhöhe für
eine gleichmäßige Bestrahlung zu finden.
UV-Dosis und Bestrahlungszeit berechnen
Aus der mittleren Bestrahlungsstärke der Messebene berechnet die Simulation die
UV-Dosis als Zeitintegral. Nach Eingabe einer Ziel-Dosis in mJ/cm² zeigt sie den
Verlauf der Bestrahlungsstärke über der Zeit und den Abschaltzeitpunkt —
einschließlich des Einschaltverhaltens: Hg-Niederdrucklampen brennen langsam ein,
UV-LEDs erreichen ihre Leistung innerhalb weniger Sekunden.
Simulation von Proben und Bauteilen mit STEP- und STL-Dateien
Eigene Proben und Bauteile lassen sich als STEP- oder STL-Datei in die Kammer
laden. Das Modell steht mittig auf der Messebene, gilt als opak und wirft einen
Schatten; auch die von Wänden und Decke reflektierten Anteile werden entsprechend
reduziert. Die Dateien werden ausschließlich lokal im Browser verarbeitet — sie
werden weder hochgeladen noch gespeichert.
Einfluss von Reflexionen und Einfallswinkel
Die verspiegelten Seitenwände der Bestrahlungskammern erhöhen Bestrahlungsstärke
und Homogenität deutlich; die Simulation bildet sie über die Bildquellen-Methode mit
wandabhängigen Reflexionsgraden nach — Tür und Decke reflektieren schwächer als die
Seitenwände. Zusätzlich berücksichtigt die Berechnung den Einfallswinkel der
Strahlung (cos θ) und das Abstandsquadratgesetz für jeden Quellbeitrag.
Lampen- und LED-Modelle in der Simulation
Die BS-Serie arbeitet mit T8-Hg-Niederdrucklampen, die als isotrope Linienquellen
analytisch integriert werden — für UVA, UVA+, UVB und UVC. Die BSL-Serie nutzt
UV-LED-Raster; deren Abstrahlcharakteristik stammt aus gemessenen LED-Modellen für
Wellenlängen von 365 bis 450 nm. Die beidseitig bestrahlende BS-05 wird mit
oberer und unterer Lampengruppe getrennt simuliert.
Annahmen und Grenzen des Simulationsmodells
Die interne Quellanordnung ist vereinfacht; diffuse Reflexionsanteile, Reflexionen
am Boden, Fresnel-Verluste an der Zieloberfläche, spektrale Effekte und die Alterung
der Quellen bleiben unberücksichtigt. Details enthält die Modellbeschreibung
oberhalb. Die Ergebnisse sind orientierende Daten für Planung und Vergleich — sie
ersetzen keine Messung und sind ohne Gewähr.
Auswahl und Vergleich geeigneter UV-Bestrahlungskammern
Die BS-Serie deckt mit BS-02 bis BS-05 Kammern von kompakt bis großvolumig ab; die
BS-05 bestrahlt beidseitig. Die BSL-Serie bietet mit BSL-01i bis BSL-04
UV-LED-Kammern in mehreren Größen und Leistungsklassen (HO, ECO, ECO+). Die
Simulation erleichtert den direkten Vergleich; technische Daten und Zubehör finden
Sie auf der Produktseite der
Opsytec-Bestrahlungskammern.
Häufige Fragen zur Bestrahlungskammer-Simulation
Welche Bestrahlungskammer eignet sich für welche Anwendung — BS oder BSL?
Die BS-Serie mit Hg-Niederdrucklampen deckt die klassischen Spektralbereiche UVA,
UVA+, UVB und UVC ab und eignet sich für Bewitterungs-, Desinfektions- und
Alterungstests. Die BSL-Serie mit UV-LEDs (365–450 nm) schaltet verzögerungsfrei, ist
fein dimmbar und liefert hohe Bestrahlungsstärken — ideal für UV-Härtung und
reproduzierbare Dosisversuche. Die Simulation macht beide direkt vergleichbar.
Wie genau sind die berechneten Bestrahlungsstärken?
Die Simulation liefert orientierende Daten: Die Quellanordnung ist vereinfacht und
das Reflexionsmodell an gemessene Verteilungen angepasst. Verbindlich ist die Messung
in der realen Kammer, etwa mit einem Radiometer von Opsytec.
Wie bestimme ich die Bestrahlungszeit für eine Ziel-Dosis?
Geben Sie in der Dosis- & Zeitkontrolle die Ziel-Dosis in mJ/cm² ein. Die
Simulation integriert die mittlere Bestrahlungsstärke über die Zeit — einschließlich
des Einschaltverhaltens der Lampen bzw. LEDs — und zeigt den Abschaltzeitpunkt sowie
den zeitlichen Verlauf der Bestrahlungsstärke an.
Kann ich eigene Proben oder Bauteile in der Kammer simulieren?
Ja — laden Sie ein STEP- oder STL-Modell; es steht mittig auf der Messebene und
wirft einen Schatten, auch die wand- und deckenreflektierten Anteile werden
reduziert. Die Datei wird ausschließlich lokal im Browser verarbeitet und weder
hochgeladen noch gespeichert.