Märkte & Anwendungen für UV-Strahlung und optische Messtechnik
Optische Strahlung ist in Forschung und Produktion zugleich Werkzeug, Prozessgröße und Prüfgröße. Sie löst chemische Reaktionen aus, inaktiviert Mikroorganismen, vernetzt Polymere, lässt Materialien beschleunigt altern oder stimuliert biologische Systeme. Die technische Frage ist dabei fast immer dieselbe: Welche spektrale Strahlung erreicht die Probe tatsächlich – und wie gleichmäßig und wie lange?
Wie sich die Märkte technologisch entwickeln
UV-Technik ist selten ein eigener Markt, sondern meist eine Schlüsseltechnologie innerhalb größerer Produktions-, Forschungs- und Prüfsysteme. Die einzelnen UV-Teilmärkte – Härtung, Desinfektion, Messtechnik – sind dagegen zwei bis drei Größenordnungen kleiner.
Technologisch verschiebt sich der Schwerpunkt von der Auswahl einer Lampe hin zu integrierten optischen Prozessen. UV-LEDs ermöglichen schmalbandige Spektren, schnelles Schalten und lokal begrenzte Energieeinbringung. Gasentladungslampen bleiben dort relevant, wo hohe Leistungen, breite Spektren oder etablierte Prozessfenster gebraucht werden. Parallel gewinnen spektrale Messtechnik, Inline-Sensorik, digitale Schnittstellen und automatisierte Dosisregelung an Bedeutung. Die primäre technische Kenngröße ist damit nicht mehr die elektrische Leistung der Quelle, sondern die am Prozessort ankommende spektrale Strahlung.
Marktgrößen, Wachstumsraten und Quellen zu diesem Anwendungsfeld sind auf der Seite Marktentwicklung der UV-Technik zusammengefasst.
Wie Veröffentlichungen mit den Anwendungen verknüpft sind
Wie optische Messtechnik und UV-Bestrahlung in realen Forschungsfragen eingesetzt werden, zeigen die Arbeiten von Anwendern. Auf jeder Anwendungsseite steht dafür eine kleine, kommentierte Auswahl; die vollständigen Listen sind nach Produkt und nach Themenfeld geordnet unter Veröffentlichungen von Kunden beziehungsweise Veröffentlichungen nach Themen zusammengestellt.
Eine Arbeit lässt sich dabei oft mehreren Feldern zuordnen, und das ist beabsichtigt: Der photokatalytische Abbau eines Arzneistoffs im Wasser gehört fachlich zur Photokatalyse und anwendungsseitig zur Wasser- und Umwelttechnik. Photokatalyse beschreibt einen Wirkmechanismus, Wassertechnik eine Anwendung – die beiden schließen einander nicht aus.
Autor: Dr. Mark Paravia
Dr.-Ing. Mark Paravia ist Geschäftsführer der Opsytec Dr. Gröbel GmbH in Ettlingen und leitet das akkreditierte Kalibrierlabor. Nach seiner Forschung zu gepulsten Xenon-Excimer-Entladungen am Lichttechnischen Institut des KIT gilt sein Schwerpunkt heute der optischen Strahlungsmesstechnik. Er ist stellvertretender Obmann im DIN-Normungsausschuss FNL 7 „Optische Strahlung“ und Mitglied im DVGW-Projektkreis UV-Desinfektion.