UVC Collimated Beam Device BSH-03 CBD
Die BSH-03CBD ist eine präzise konstruierte Collimated-Beam-Bestrahlungskammer zur reproduzierbaren und dosisgenauen UV-Bestrahlung flüssiger Proben. Mit drei 150 W UVC-Amalgamlampen gewährleistet sie eine homogene, hochintensive 254 nm Strahlungsquelle bei. Die Anlage wurde auf Grundlage der in der Fachliteratur beschriebenen Standardmethoden zur Fluenz- und Dosisbestimmung nach Bolton & Linden, Standardization of Methods for Fluence „UV Dose Determination in Bench-Scale UV Experiments“ (2003) entwickelt – jene Methodik, die in der wissenschaftlichen UV-Desinfektionsforschung als Referenz gilt.
Das Verfahren wurde in DIN 19294-1:2020-08 überommen, so dass die BSH-03CBD für die Bestimmung der gemittelten Fluenzrate in der Sporensuspension genutz werden kann. Die Durchführung der Inaktivierung muss in einer BSH-03CBD erfolgt nach Anhang D der DIN 19294-1:2020-08.
Die Kammer kann auch bei aktivem Betrieb sicher geöffnet werden, um Proben zu be- und entladen. Der interne Shutter wird durch den UV-MAT gesteuert, um eine exakte Dosierung sicherzustellen. Dank der Sicherheitsüberwachung wird gewährleistet, dass keine UV-Strahlung außerhalb der Kammer austritt.
Die BSH-03CBD Bestrahlungskammer ist damit eine zuverlässige und präzise Lösung für wissenschaftliche Untersuchungen und industrielle Anwendungen der UV-Desinfektion. Ihre robuste Bauweise, die Sicherheit und die benutzerfreundliche Bedienung machen sie zu einem unverzichtbaren Werkzeug in der Wasseraufbereitung und der chemischen Analytik.
Hauptmerkmale des UVC Collimated Beam Devices:
- Die BSM-03CBD ist mit drei ozonfreien M50 W UVC-Amalgamlampen ausgestattet. Diese Lampe gewährleistet eine gleichmäßige und hohe UV-Bestrahlung.
- Ein robustes und sicheres Schutzgehäuse gewährleistet den sicheren Betrieb und den Schutz vor UV-Strahlung.
- Der große Bestrahlungsbereich ist geeignet für kundenseitige Petrischalen und Magnetrührer zur kontinuierlichen Durchmischung der Flüssigkeit.
- Ein UV-Referenzsensor für den dosisgesteuerten Betrieb ist eingebaut.
- Ein 2. UVC-Sensor ermöglicht die einfache Einrichtung des Systems
- Der UV-MAT Touch erlaubt die einfache Handhabung und Überwachung des Bestrahlungsprozesses.
- Überwachte & verriegelnde Tür: Sicherheitsmechanismen verhindern die Emission von UV-Strahlung bei geöffneter Tür.#
- Eine Bodenplatte mit Schraubgewinden ermöglicht eine einfache Messung des Bestrahlungsfeldes und die Anpassung der Probenposition.
- Pneumatischer, automatisierter Plattenshutter: Für eine genaue Steuerung der Bestrahlungsdauer
- Betriebsstundenzähler zur Überwachung der Lampenlebensdauer und Planung der Wartung.
- PC-Software zur Datenspeicherung von Rohdaten und Kurzreports (PDF), inkl. Benutzerverwaltung und Passwortschutz (2 Benutzerlevel).
Hintergrund & Informationen
Das Paper “Standardization of Methods for Fluence (UV Dose) Determination in Bench-Scale UV Experiments” von James R. Bolton und Karl G. Linden (2003) stellt ein grundlegendes Standardverfahren zur Bestimmung der UV-Fluenz (UV-Dosis) in Laborversuchen vor. Ziel der Arbeit ist die Vereinheitlichung der experimentellen Methoden zur UV-Desinfektion und die Sicherstellung der Vergleichbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse in der Wasseraufbereitung.
Ultraviolettes Licht hat sich als effiziente Methode zur Inaktivierung pathogener Mikroorganismen in Trink- und Abwässern etabliert. Der Mechanismus beruht auf der Absorption von UV-Strahlung durch Nukleinsäuren, was zu Dimerisierungen von Pyrimidinbasen führt und damit die Replikation der DNA oder RNA verhindert. Besonders effektiv sind Wellenlängen um 254 nm, wie sie von Niederdruck-Quecksilberlampen emittiert werden.
In der Literatur bestehen große Unterschiede in der Konstruktion, Kalibrierung und Durchführung von UV-Versuchen. So variierten u. a. Lampentyp, Abstand zur Probe, Homogenität der Strahlung und Berechnung der Dosis. Diese Variabilität erschwerte die Vergleichbarkeit von Dosis-Wirkungs-Kurven und führte zu Unsicherheiten in regulatorischen Anwendungen und der technischen Umsetzung von UV-Desinfektionssystemen.
Bolton und Linden entwickelten eine einheitliche Methodik zur Fluenzbestimmung, die sowohl für monochromatische (Niederdruck-) als auch polychromatische (Mitteldruck-) UV-Lichtquellen (BSM-03CBD) anwendbar ist und eine Bestrahlungskammer vorschlägt. Ziel des Bestrahlungskammer ist eine homogene, quasi-parallele Bestrahlung der Wasseroberfläche, um eine gleichmäßige Fluenzverteilung zu gewährleisten.
Das Protokoll umfasst:
- den mechanischen Aufbau der Bestrahlungskammer,
- die Kalibrierung der Messinstrumente,
- die mathematische Korrektur der Strahlungsparameter,
- sowie Richtlinien für mikrobiologische und sicherheitstechnische Aspekte
Ablaufbeschreibung des Standardprotokolls
Die Fluenz wird definiert als Produkt aus der Fluenzrate (E) und der Bestrahlungszeit (t):
Die Messung erfolgt mit einem Radiometer, dessen Sensor in der Höhe der Wasseroberfläche positioniert wird. Zur Erhöhung der Messgenauigkeit werden mehrere Korrekturfaktoren berücksichtigt:
- Reflexionsfaktor: Verlust durch Reflexion an der Wasseroberfläche (~2,5 %)
- Petri-Faktor: Korrektur der Inhomogenität über die Probenfläche (sollte > 0,9 sein)
- Wasserfaktor: Berücksichtigung der UV-Absorption im Wasser nach dem Beer–Lambert-Gesetz
- Divergenzfaktor: Korrektur für den nicht vollständig parallelen Strahlengang
Bei Mitteldrucklampen kommen zusätzlich der Sensorfaktor (spektrale Empfindlichkeit des Detektors) und der Germizid-Faktor (Wirkungsgewichtung der Wellenlängen) hinzu.
Mikrobiologische Testdurchführung
- Rühren: Homogene Durchmischung der Suspension ohne Wirbelbildung.
- Bestrahlen mit unterschiedlichen Dosiwerten
- Replikate: Mindestens drei Wiederholungen pro Dosiswert; Dosis-Wirkungs-Kurven mindestens doppelt ausführen.
- Randomisierung: Zufällige Reihenfolge der Bestrahlungen zur Minimierung systematischer Fehler.
- Auswertung: Berechnung der log10-Reduktion der Mikroorganismen in Abhängigkeit von der Dosis und lineare Regression zur Bestimmung der UV-Empfindlichkeit
Das Paper definiert ein vollständiges, international anerkanntes Protokoll zur Standardisierung von UV-Desinfektionsversuchen im Labormaßstab.
Durch präzise Korrekturmethoden, definierte Konstruktionsanforderungen und mikrobiologische Richtlinien liefert es die Grundlage für reproduzierbare und vergleichbare Ergebnisse bei der Bestimmung von UV-Fluenz-Wirkungsbeziehungen.
Das Verfahren von Bolton & Linden (2003) stellt bis heute den Referenzstandard für Laborversuche mit Collimated-Beam-Systemen dar und ist zentral für regulatorische Anwendungen, wie die DIN 19294, Validierungsprüfungen und die Entwicklung industrieller UV-Desinfektionstechnologien.
TECHNISCHE DATEN Collimated Beam DEVICE
| Innenmaße | 60 x 40 x 25 cm |
| Abmessungen | 130 x 62 x 76 cm |
| Gewicht | ca. 65 kg |
| Leistungsaufnahme | 550 W |
| Stromversorgung | 230 VAC, 6 A |
| 3 x110/208 VAC, 8 A, optional | |
| Betriebstemperatur | 15 bis 30 °C |
| Luftfeuchtigkeit | < 80%, nicht kondensierend |
| Lampenlebensdauer | 3.000 h bis 5.000 h, typisch |
| Lampenanzahl | 3 Stück |
| Lampentyp | 150 W UVC-Amalgamlampen |
| ozonfrei | ja |
| Probentemperatur | Raumtemperatur + ca 1-2°C |
| Shuttersteuerung | Pneumatisch, 4-6 bar |
| Kühlung | 1 x DN 100 |
Downloads
Zubehör
Veröffentlichungen im Überblick
Unsere Bestrahlungskammern finden Anwendung in Forschung, Entwicklung und Produktion.
Eine Auswahl an wissenschaftlichen Publikationen steht hier zur Verfügung.